Ich lasse mich gerne inspirieren und suche ständig nach neuen Ideen.

Wenn ich einen Podcast höre, oder ein Buch lese, habe ich meist viele Momente in denen ich mir denke: “Wow, das ist interessant. Das muss ich probieren!” Was oft passiert — nach 2 Stunden hören, oder 300 Seiten lesen — ist, dass ich viele dieser Wow-Momente wieder vergessen habe.

Einfach weil ich in relativ kurzer Zeit so viele Informationen reinbekommen habe, dass mein Hirn irgendwann abschaltet. Am Ende habe ich so viel Zeit in den Konsum gesteckt aber so wenig greifbares mitgenommen.

So viele Wow-Momente, die auf der Strecke bleiben.

Mit meinem neuen Mantra habe ich eine Lösung zu diesem Umstand gefunden. Die Quintessenz: es geht nicht darum Wissen anzusammeln, sondern es in konkrete Handlungen zu übersetzen.

Diese Idee möchte ich hier genauer auslegen.

So viel Zeit für was?

Ich bin ein leidenschaftlicher Leser und habe Bücher immer verschlungen.

Wenn mich ein Buch gefesselt hat, habe ich es innerhalb von 1-2 Tagen durch gehabt (Non-Fiction). Wenn mich etwas interessant hat, habe ich die Seite markiert. Durch ein Buch hinweg waren das meist 5-20 Seiten, je nach Buch. Ich bin in jedem Buch auf Ideen gestoßen, von denen ich mir gedacht habe, „geil, dass probier ich aus“ oder „geil, dass wende ich an.“

Am Ende wollte ich ein Buch nochmal durchgehen, um mir Notizen zu machen — tatsächlich gemacht habe ich es nur bei 1 von 5 Büchern.

In unserer Zeit ist es so leicht an Informationen zu kommen — viel leichter als jemals zuvor. So großartig wie das ist, kann es auch schnell zum Nachteil werden, wenn man nicht gezielt vorgeht. Man kann sprichwörtlich von Informationen überschwemmt und überwältigt werden. Am Ende brummt einem der Schädel, man verliert die Übersicht und weiß nicht mehr wo oben oder unten ist.

In diesem Fall macht man nichts, man verändert nichts — heißt, man lernt nichts.

Alex’s Definition von Lernen

Dann habe ich eine Definition von Lernen gehört, die meine Sichtweise komplett verändert hat.

Alex Hormozi definiert Lernen als Verhaltensveränderung — heißt, du änderst dein Verhalten basierend auf neuen Informationen. Also, du machst etwas, bekommst neue Informationen und machst das, was du vorher gemacht hast, jetzt anders. Du fasst den Herd an und verbrennst dir die Hand. Beim nächsten mal fasst du den Herd nicht mehr an. Du hast dein Verhalten verändert, du hast gelernt.

Auf der anderen Seite heißt das, dass du nichts gelernt hast, wenn du dein Verhalten nicht änderst, nachdem du ein Buch gelesen, ein Video geschaut, oder ein Seminar besucht hast — du hast nichts geändert, du hast nichts gelernt.

Was heißt das für mich?

Alex’s Sichtweise hat einen großen Einfluss darauf gehabt, wie ich jetzt Wissen konsumiere.

Basierend auf dieser Idee habe ich mir Prinzipien und Regeln aufgestellt, die mir dabei helfen, bewusster zu lernen und das beste aus meiner Zeit zu machen. Sie dienen mir als Erinnerung und Wegweiser im Alltag. Damit ich mich jeden Tag aktiv weiterbilde, anstatt mich nur unterhalten zu lassen.

Das hat verändert wie ich Bücher lese, Podcasts oder Audiobücher höre und wie ich YouTube Videos schaue.

So bereite ich mich vor

Anstatt mich einfach in ein Buch oder eine Folge zu stürzen — und zu verlieren — habe ich eine neue Vorgehensweise: Ich setzte mir ein konkretes Lernziel.

Bevor ich ein Medium konsumiere, frage ich mich, was ich mir davon verspreche. Selbst wenn es inhaltlich nicht das ist, was ich mir versprochen habe, kann ich trotzdem etwas daraus mitnehmen — selbst, wenn es ein negativbeispiel ist: okay, so sollte ich es auf keinen fall machen.

Solange ich nach etwas suche, das mir weiterhelfen kann, werde ich es auch finden.

So konsumiere ich jetzt

Anstatt die Inhalte passiv an mir vorbei rauschen zu lassen, konsumiere bewusst: Ich bin aktiv und mache mir Notizen.

Während des konsumierens habe ich immer ein Notizbuch parat und notiere mir alles, was mir wichtig und interessant erscheint. Wenn ich eine Audio höre drücke ich direkt auf pause, wenn etwas meine Aufmerksamkeit erregt. Beim lesen markiere ich mir die Seite und unterstreiche die wichtigsten Punkte.

Je nach Format gehe ich etwas anders vor:

  • Wenn ich Audios höre, drücke ich jedes mal auf pause — wenn ich etwas “gefunden” habe — und mache mir direkt notizen. Das finde ich effizienter als später nochmal durchzuspulen und nach den richtigen Stellen zu suchen.

  • Wenn ich ein Buch lese, lese ich meist mehrere Kapitel auf einmal (je nach länge und Umfang). Im Nachgang, oder in der nächsten Lese-Session, gehe ich die gelesenen Kapitel an den markierten Stellen nochmal durch und mache mir meine Notizen. Ich unterbreche ungerne meinen Lesefluss und trenne beide Aktivitäten deshalb voneinander.

Dieses Vorgehen hat mir geholfen meine Lernrate um ein vielfaches zu steigern.

Das mache ich danach

Nach jeder Lern-Session übersetze ich mir meine Notizen in konkrete Handlungen und to-do‘s.

Zum Teil mache ich diesen Schritt schon beim ersten notieren. Wichtig ist das reflektieren und nochmal überfliegen, um alles nochmal sacken zu lassen. Auf diese Weise erhalte ich eine Liste von nützlichen Informationen die ich praktisch anwenden kann. Ich kann immer wieder darauf zurückgreifen und weiß direkt, was es bedeutet und wie ich es umsetzen kann, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

So lerne ich in der selben Zeit mehr als jemals zuvor — ich werde schneller intelligenter. NICE.

Ich suche aktiv nach Informationen, die ich in konkrete Handlungen umsetzen kann.

Diese Erkenntnis hat mir einen großen Mehrwert gebracht, weil ich meine Zeit jetzt viel gezielter einsetze und mehr lerne als jemals vor.

Das ist mein neues Ideal vom Lernen nach dem ich strebe — ab und zu kommt es noch vor, dass ich mich nicht an meine Regeln halte und ein Buch durchlese, oder einen Podcast höre, ohne mir Notizen zu machen. Ich habe eine Liste von Büchern, die ich nochmal durchgehen und Podcast folgen, die ich nochmal hören werde, um die Notizen nachträglich noch einzusammeln.

Immer, weil ich das Gefühl habe, Wissen auf der Strecke gelassen zu haben.

Keep Reading

No posts found